Losung für heute
Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele, darum will ich auf ihn hoffen.
Klagelieder 3,24

Durch Jesus Christus haben wir den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird.
Römer 5,2

»Wenn Christus mir nicht begegnet wäre, hätte ich dieses Bild nie gemalt«

Der Maler Gerhard Wienss wohnt seit über vierzig Jahren in Thalhausen, ist verheiratet, hat drei erwachsene Söhne und bald acht Enkel.
Seit mehr als 55 Jahren malt Gerhard Wienss hauptberuflich, unterbrochen von einigen Jahren als Kunsterzieher und Werklehrer. Sechs oder sieben Jahre lang unterrichtete er später an der VHS Neuwied. Er malt Landschaften, Portraits, Stillleben, fertigt Glasfenster, Mosaiken, Brunnen sowie Wandmalereien aller Art.
Er sagt über seine Arbeit im Allgemeinen: „Maler arbeiten in der Regel im stillen Kämmerlein oder in der freien Natur. Es ist ein wort- aber nicht gedankenloses Tun. Maler sind eher schweigsame, ruhig beobachtende Leute. Ich z. B. denke weniger in Worten, als in Formen und Farben, in Raum und Geist, weshalb ich, wenn ich mehr als drei Sätze reden soll, so wie jetzt, aufschreibe, was ich sagen möchte.“ Willi Gebhardt befragte Gerhard Wienss zu seinem Kreuzigungsbild:
Die Kreuzigung Christi wurde bisher in fast allen Generationen häufig dargestellt. Was hat Dich trotzdem zur Schaffung Deines Werkes bewogen?
Sind wir denn am Ende mit den Bildern, den Gedanken, den Erfahrungen, die wir mit Christus haben können, bloß weil sich bereits viele damit beschäftigt haben?
Es war und ist mir ein Bedürfnis, von dem, der für mich die zentrale Person des Weltgeschehens ist, ein eigenes Bild zu machen, sein Leben und Wirken, sein Leiden am Kreuz zu durchdenken, nachzuempfinden.
Christus starb inmitten von rechtmäßig Verurteilten. Warum hebst Du Ihn aus der Gemeinschaft von Verbrechern hervor und stellst Ihn alleine dar?
Fast bin ich geneigt, spaßeshalber zu sagen: aus Faulheit. Nein! Die Kreuzigung ist eine der grausamsten Arten, einen Menschen zu Tode zu bringen, die die Bestie Mensch sich ausgedacht hat.
Warum drei gepeinigte Körper malen, wenn einer genügt? Es geht in dieser Darstellung vor allem um Christus. Aber auch um das Leid, dass ein Mensch dem anderen bis heute zufügt.
In der Vorbereitung zu diesem Werk, so beschreibst Du es in Deinem Referat vom 22. März 2015, hast Du die Kreuzigungsschmerzen Christi an Dir selbst im Ansatz vollzogen. Was hat das in Dir bewirkt?
Also, liebe Leserin, lieber Leser, hängen Sie sich bitte einmal mit beiden Händen an eine Reckstange oder an einen waagerechten Ast, höchstens mit den Zehen am Boden. Eine echte Minute lang. Nun bitte ich sie, sich vorzustellen, dass ihre Hände und Füße an ein Holz genagelt sind, das ganze Gewicht ihres Körpers allein an den Nägeln hängt und hier in Kürze garantiert ihr Leben endet. Was bewirkt das in Ihnen?
Dem nicht eingeweihten Betrachter Deines Werkes stellt sich das Umfeld des Kreuzes rätselhaft dar. Sollte dadurch das geheimnisvolle, unerklärliche Sterben Gottes betont werden?
Alles Leben und Sterben ist letztlich geheimnisvoll und unerklärlich.
Es ist richtig, der Hintergrund muss erklärt werden. Ursprünglich war dieser starkfarbig und unruhig, das pralle Leben darstellend. Es sollte der Gegensatz von Leben und Tod aufgezeigt werden.
So gestaltet aber geriet das Geschehen auf eine inhaltlich falsche Ebene, lenkte vom Gekreuzigten und vom Kreuz ab. Schuf dann klare Flächen, die mit dem Gekreuzigten in Einklang stehen, ihn ruhig hervorheben. Die weißen Flächen rechts und links bedeuten den im Tempel zerrissenen Vorhang. Er verhüllte bis dahin das Allerheiligste, den Zugang zu Gott. Das Blau die Unendlichkeit, Ewigkeit. Der Lichtfleck im Blau ist Licht von der anderen Seite, von drüben.
Ist Dir während der Schaffung Deines Werkes Christus persönlich begegnet? Wenn ja, kannst Du es beschreiben?
Wenn Christus mir nicht begegnet wäre, hätte ich dieses Bild nie gemalt. Jesus in seiner Vielschichtigkeit, seiner nicht endenden Lebendigkeit kennen zu lernen, ist glücklicherweise ein nicht aufhörender Prozess.
Genau um diese Lebendigkeit geht es auch in der Kunst. Das Dargestellte ist dabei Mittel zum Zweck. Wenn Kunstwerke diese Lebendigkeit nicht haben, sind es Eintagsfliegen. Dürer und Rembrandt, Bach und Mozart, Homer und Shakespeare sagen uns noch etwas, weil sie durch diese Lebendigkeit in ihren Werken bis jetzt aktuell sind. Man kann hier vom lebendigen Geist sprechen. Vom Geist, der lebendig macht. Bach schuf, wie er sagte, zur Ehre Gottes.
Christus beeindruckt mich total durch seine direkte Anbindung an den Vater. Sein Bei-sich-Sein war in der Tat ein Beim-Vater-Sein.
Welchen Titel, welche Überschrift würdest Du diesem, Deinem persönlichen Christusbild, geben können?
Kreuzigung!
Herzlichen Dank lieber Gerhard für dieses Gespräch.
Willi Gebhardt
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31.03.2017 | 20:00 Uhr
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01.04.2017 | 09:00 Uhr
In der Turnhalle beim DGH Anhausen

 
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