Losung für heute
Herzlich lieb habe ich dich, HERR, meine Stärke!
Psalm 18,2

Eine Frau war in der Stadt, die war eine Sünderin. Sie fing an, Jesu Füße mit Tränen zu netzen und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen, und küsste seine Füße und salbte sie mit dem Salböl.
Lukas 7,37.38
Kaum ein Buch im alten Testament begeistert mich so sehr, wie es die Psalmen tun. Schon seit mein Vater mir als kleines Kind den Psalm 23 vorgesagt hat, hat mich diese besondere Art des Gebetes gepackt. Auch später, als ich angefangen habe, die Bibel systematisch zu lesen, war ich immer noch von der Klarheit und der Persönlichkeit der Psalmen begeistert. Heute gehört das Psalmgebet fest zu meiner täglichen Gebets- und Bibellesezeit dazu.
Die Psalmen, die wohl älteste bekannte Lieder- und Gebetssammlung des Christentums (eigentlich Israels und des Judentums, später von den Christen übernommen) sind für mich mehr als nur ein antikes Gesangbuch. Sie bieten Einblick in die Gefühle, Freuden, Sorgen und Ängste der Gläubigen vor rund 3.000 Jahren, und trotzdem haben sie ihre Relevanz ganz und gar behalten. Die Psalmen sind gut gealtert, und das fasziniert mich. Ob David Gott für Rettung dankt, Mose um Gnade bittet, das Volk über die Verbannung klagt oder Gottes Größe im Tempel verherrlicht wird, ich kann mich darin wiederfinden. Die Psalmen schaffen es immer wieder, mir Worte zu geben, wo ich sie mal nicht finde, oder das von mir Gebetete zu unterstreichen und zu vervollkommnen. Die alten Worte geben meinen heutigen Gefühlen den Ausdruck vor Gott, den meine Worte manchmal nicht zu geben können scheinen. Und ganz wichtig: am Ende steht das Vertrauen und / oder die Freude auf / über Gott! Freut sich der Beter, dankt er Gott! Ist der Beter traurig, hofft er auf Gott! Scheint die Lage aussichtslos, bleibt das Vertrauen auf den Höchsten bestehen! Selbst wenn der Betende mit Gott gehadert hat, am Ende ist der Blick auf die Rettung wieder frei. Das ist ermutigend: Wenn andere vor mir die Erfahrung gemacht haben, dass sie getragen werden, dass ihnen geholfen ist und sich Glaube auszahlt, dann kann auch ich darauf hoffen, denn Gott ist der Gleiche, gestern, heute und morgen! In den Psalmen finde ich mich wieder, die Situationen sind lebensnah; Freude, Angst, Lob und Trauer gibt es immer noch und spielen in meinem und unseren Leben immer noch eine Rolle. Was läge also näher, als Psalmen in das tägliche Gebet zu integrieren. Ich kann mich so gut in ihnen verlieren und in eine Welt des Lobpreises, des Dankens, des Flehens eintauchen. Das Psalmenlesen (oder, wenn es mich mal überkommt auch das -singen nach improvisierten Melodien) hat etwas Meditatives, was mich ganz nah an die Gegenwart Gottes führt. Besonders die Psalmen 23 und 146 bis 150 (auch „der kleine Lobpreis“) in der Freude, und 90 und 121 in schwierigen Zeiten sind für mich zu absoluten Favoriten und Begleitern im Gebet geworden. Ihre Worte geben mir und meiner Seele Ausdruck, und ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass das Psalmgebet eine Quelle der Freude und der Ermutigung ist, wie sonst kaum ein Buch oder eine Passage in der Bibel.
Darum liebe ich die Psalmen so sehr. Sie ergänzen meine Gebete, sie drücken aus, was ich fühle, was ich denke, was mich bewegt, was mich freut, und sie vermitteln Hoffnung, dass – egal wie meine Situation auch ist – mein Gott bei mir ist und mit mir geht. Vieles von dem, was die Verfasser der Psalmen erfreute, ängstigte, zum Lobpreis inspirierte, sind Dinge, die ich so oder ähnlich kenne und empfinde. Wenn ich in einer bestimmten Situation einen bestimmten Psalm bete, dann spreche ich nicht einfach nur ein vorformuliertes Gebet, sondern ich bete die Worte aus dem Herzen und in der Hoffnung und dem Vertrauen auf Erhörung, sei es ein Psalm des Lobes, des Dankes oder der Sorge. Kaum ein biblisches Buch ist so persönlich, und lebensnah wie es die Psalmen sind. Die Psalmen sind cool, aktuell, lebensnah und relevant. Ich habe an ihnen jedes Mal aufs Neue meine Freude. Sie zu lesen und zu beten ist ein Schatz, eine gute Erfahrung und daher jeder und jedem hoch angeraten!
Claudius Laengner
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