Losung für heute
Wohl dem, der den HERRN fürchtet, der große Freude hat an seinen Geboten!
Psalm 112,1

Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.
1.Petrus 2,24-25

Gott steht im Zwe ifel bei – das ist auch mein e Erfahrung

Claudius Laengner
Das Zweifeln begleitet den Glauben seit frühester Zeit. Das Gefühl, sich irgendwie von Gott alleingelassen zu fühlen, nicht zu wissen, wohin Gottes Wege einen führen, mussten schon viele Gläubige erleben. Der Umgang mit einer aussichtlosen Lage ist schwer und hart. Als Sarah versprochen wurde, Mutter zu werden, zweifelte sie. Als Mose berufen wurde, Gottes Volk in sein Land zu führen, zweifelte er. Als Jesus am Kreuz hing, wissend, dass der bald sterben würde, zweifelte er, und rief: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
Mit eben jenen Worten beginnt auch ein Psalm, genauer Psalm 22, der viele hundert Jahre vor der Kreuzigung entstanden ist und den Weg des Zweifelnden in der Stunde der Bedrängnis beschreibt.
Der Psalmist fühlt sich allein, ungehört und schutzlos. Er ruft, und wird doch nicht gehört, im Gegenteil. Man verspottet ihn dafür. Er liegt am Boden, umgeben von Hassern und Feinden und ihm ist elend. Es fehlt am wichtigsten, doch alle sehen nur zu. Hilfe ist keine in Sicht. Flehend schreit er um sein Leben.
Ich kann mir gut vorstellen, wie dieser Person zu Mute ist. Zugegeben, in einer ähnlich lebensbedrohlichen Situation war ich noch nie, doch was die ersten 22 Verse des 22. Psalms beschreiben, ist Anfechtung, und dieses Gefühl hat mich, wie viele Christinnen und Christen schon oft getroffen. Als ich Ende September wusste, dass ich keinen Platz an einer Uni haben werde, wusste ich nicht weiter. Monatelang hatte ich gehofft, mich gefreut, gebetet, und dann … nichts. Umsonst. Ich hatte mich komplett darauf verlassen, diesen Platz zu bekommen und war angesichts dieser Wendung sehr enttäuscht.
Doch hier endet unser Psalm noch nicht. Innerhalb eines Verses ändert sich der Inhalt des Textes um 180 Grad. Aus dem Flehen „Rette mich aus dem Rachen des Löwen und vor den Hörnern der Wildstiere“ wird der Freudenruf „Mein Gebet hast du erhört!“. Die Gefahr ist vorbei, Hoffnung ist wieder sichtbar, die Freude kehrt zurück und mit ihr der Lobpreis für Gott, den Retter. Der eben noch verzweifelte, der nicht einmal wusste, ob Gott ihn noch hört, will aufstehen und allen erzählen, wie herrlich Gott ist. Er ruft auf, nicht den Mut zu verlieren, sondern Angesichts der Errettung Gott zu verehren.
Was der Beter hier erlebt und beschreibt, kann ich nur bestätigen: aus der Verzweiflung führt wieder der Weg in die Freude. Aus meiner Enttäuschung über das nichtangetretene Studium und die schlechte Aussicht auf ein halbes Jahr ohne etwas zu tun, hat sich wieder etwas ergeben. Jetzt mache ich einen Freiwilligendienst im pädagogischen Bereich, der mich erfüllt, mir ganz neue Einblicke erlaubt, und mir viel Vorfreude auf ein hoffentlich bald kommendes Studium bereitet. Vor allem aber, erinnert er mich daran, dass Gott mich nicht allein lässt. Im Nachhinein betrachtet, hat mich die Zeit des Zweifels und die Freude danach stärker im Glauben gemacht, und so weh es auch getan hat, enttäuscht zu sein, so schön – nein, tausend Mal schöner – ist die Gewissheit, gehört und behütet zu sein.
Die Psalmen wurden von Menschen geschrieben, die genauso wie wir ihre Probleme und Nöte hatten, doch sie haben erfahren, dass Gott ihnen im Zweifel beisteht, sie wiederaufbaut und stärkt. Ihre Erfahrung ist auch die meine.
Claudius Laengner
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